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Damit ein Fahrzeug schnell fahren kann muss es möglichst gerade und ohne kurven Fahren. Die riesige Anzahl an Brücken währe auch sehr teuer und man müsste trotzdem noch die Höhe überwinden, was die Fahrzeit ja auch erhöht. Ein Tunnel durch ein Gebirgsmassiv ist also die Grundvoraussetzung für eine schnelle Verbindung.

Aber der Tunnel ist wahnsinnig teuer und die Bauzeit mit 18 Jahren auch. Ein Transrapid kann Steigungen bis 10% bewältigen, im Vergleich zum normalen Zug mit nur 0,4%. Damit kann sich der Transrapid dem Gelände anpassen und braucht deshalb weniger Brücken und Tunnel wie ein normaler Zug. Die Trasse könnte dann z.B. neben oder zwischen der Autobahn verlaufen. Die gesparte Höhe ist mit maximal 1600 Meter auf ca. 60 km Länge unerheblich. Die Fahrt in so einem Zug wäre traumhaft im Vergleich zu 57 km im schwarzen Tunnel. Die Fahrzeit wäre auch kürzer wegen der höheren Geschwindigkeit. Die Transrapid-Strecke kostet ähnlich wie eine Autobahn ca. 1-2 Mio Euro/km. Der Basistunnel allein kostet schon 7,8 Millirden Euro. Ich meine Transrapid ist billiger schneller und besser. Oder? Ich bitte um Stellungnahmen.

Stellungnahme:

Ein Transrapid durch die Alpen hat meiner Meinung nach nur Nachteile, und keine erkennbaren Vorteile.

1. Der Transrapid ist nur für Personenbeförderung, aber nicht für den Gütertransport geeignet. Aber gerade der Güterverkehr zwischen Süd- und Mitteleuropa verstopft zunehmend die alpenquerenden Verkehrswege. Der Gotthard-Basistunnel wird mit der Absicht gebaut, den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene zu verlagern. Die vorhandenen Bahnstrecken können aufgrund ihrer starken Steigungen nur mit kurzen Güterzügen befahren werden, die dafür zwei Zugloks benötigen. Mit dem Gotthard-Basistunnel wird eine Flachbahn geschaffen, auf der wesentlich schwerere und längere Güterzüge durch die Alpen rollen können, was die Straßen spürbar von schweren Brummis entlasten soll. Ein Transrapid würde an der gegenwärtigen Problematik nichts ändern.

2. Schlimmer noch: er würde eine völlig neue Verkehrstrasse erfordern, mit einem nur sehr begrenzten Nutzen für den Verkehr, daher verkehrspolitisch nicht durchsetzbar. In der oben angesprochenen Form, als Trasse "über den Berg", wären trotzt einer möglichen Steigung von 10% Tunnel unumgänglich oder es müssten sich lange Rampen an den Talhängen nördlich und besonders südlich des Hauptkamms emporwinden. Ein Alptraum für jeden Naturschützer, wenn die häßlichen Stelzenkonstruktionen einer Transrapidtrasse Bergwälder und Almwiesen zerschneiden würden. Abgesehen davon drohen an den Talhängen Felsstürze, Murenabgänge, Erdrutsche, Lawinen etc. weshalb Verkehrswege bevorzugt auf dem Talboden geführt werden.

3. Der angesprochene Höhenunterschied von 1600 Metern, der sich wohl auf die Differenz zwischen Gotthardpass und umliegenden Tälern bezieht, ist alles andere als "unerheblich", er ist schlicht gigantisch. Im Schienenverkehr liegen die möglichen Steigungen im Promille-Bereich, die jetzigen Bahnstrecken "schrauben" sich daher mit Kehrentunneln im Kreis fahrend nach oben. Eine mögliche 10%ige Steigung für den Transrapid ist im Hochgebirge immer noch sehr wenig, aber verkehrstechnisch gesehen schon enorm steil.

3. Der Transrapid lässt sich nicht in vorhandene Verkehrsinfrastrukturen einbinden. Ein umständliches Umsteigen der Passagiere wäre nötig bzw. die Trasse müsste bis an den nördlichen und südlichen Alpenrand verlängert werden.

4. Wie bei den meisten Großprojekten und übrigens auch dem Gotthard-Basistunnel werden Kostenvoranschläge in der Regel deutlich übertroffen. Es würde mich nicht wundern, wenn die "ca. 1-2 Mio. Euro/km" viel zu niedrig gegriffen sind. Vielleicht sind das die Kosten für den Transrapid im Flachland, aber im Hochgebirge wären enorme Mehrkosten vor allem durch das schwierige Gelände und die Absicherung vor Naturgefahren einzurechnen.

5. schnell fahren kann auch ein Transrapid nur auf geradliniger Strecke. Eine solche Strecke in den Alpen anzulegen ist praktisch unmöglich. Je weniger Kurven und je weiter die Kurvenradien, umso mehr Kunstbauten (Brücken, Tunnel, Lawinenschutzgalerien) wären erforderlich.

6. auch wenn der Transrapid technisch ausgereift sein sollte, ist es fraglich, ob er sich auf einer Alpenstrecke kommerziell rentabel betreiben lässt. Für einen schnellen Weg über die Alpen kann man sich einfach in ein Flugzeug setzen und ist damit heute schon wesentlich schneller als mit einem Transrapid in vielleicht 20 Jahren. Die "traumhafte Sicht" gibt es dann am Fensterplatz.

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